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Inspektionsreise 2013

Bericht von Herbert Weihmann
Kolenchery/Kerala/Suedindien, im Februar 2013

Liebe Paten, liebe Freunde,

Verdorrende Bananenpflanzenkann es denn das Indien sein, welches ich kenne? Keine schwüle, feuchtwarme fertile Luft, sondern stechende Sonne, klare Sicht und schier unerträgliche trockene Hitze erwarten mich. Das sonst so grüne Kerala hat eine braungelbe bis graue Farbe angenommen, und die Bäume verlieren ihre Blätter. Der Monsun hat sich im letzten Jahr nicht mit den gewöhnt üppigen Regenmengen gezeigt, die Folgen sind nun allenthalben und massiv spürbar. Ernten sind stark gefährdet, die Talsperren führen kaum noch Wasser. Da Kerala seine Energie fast ausschließlich aus Wasserkraft bezieht, fällt dauernd der Strom aus oder wird stunden-, manchmal auch tageweise rationiert. Man weiß nie, ob und wann man wieder in Dunkeln sitzt. Das wirkt sich auch wieder auf die Kommunikation über das Internet aus. Sie ist ein reines Glücksspiel und oftmals nicht von Erfolg gekrönt.

Die Gefahr der ausbleibenden Trinkwasserversorgung zeichnet sich ab. In einem Hotel, in dem ich übernachtete, kam statt Wasser ein heftiger Luftstrom. Wenn es nicht bald langanhaltend und kräftig regnet, droht Kerala zum Katastrophengebiet zu werden. Auch regionale, teilweise starke Regenfälle helfen da wenig. Selbst die Bohrbrunnen, über die fast alle unsere Heime verfügen, saugen immer weniger Wasser an.

Das an sich schon immer trockene Tamil Nadu stöhnt unter noch größerer Hitze. Hier ist es aber nicht die fehlende Wasserkraft, die den Strom noch unberechenbarer fließen lässt. Woran es nun wirklich liegt, weiß eigentlich niemand so genau. Ein Atomkraftwerk russischer Bauart ist angeblich am Netz, vielleicht aber auch nicht. Gab es dort wirklich einen Unfall mit vielen Toten? Keiner hat genauere Informationen. Wenn man allerdings dort die riesigen Felder mit wahrhaft tausenden von Windrädern sieht, ist die fehlende Stromversorgung überhaupt nicht nachvollziehbar. Da muss irgendwie etwas mit den Leitungen nicht stimmen. (Kommt mir vergleichsweise bekannt vor!)

In diese Situation bin ich nun hineingeraten und will meine Inspektion durchführen, obwohl die Menschen und besonders auch das Personal und die Kinder in unseren Heimen von ganz anderen Sorgen gequält werden. Denn die Teuerung bei den Lebensmitteln schreitet munter fort. Alle Heime, nicht nur unsere eigenen "units" (Heime, die dem Verein gehören) beantragen Ersatz für die ausfallende Stromversorgung. Denn hier wird es abends um 18.00 Uhr stockfinster. Die Kinder können keine Schularbeiten mehr machen oder spielen. Die notwendigen Schuluniformen sind nicht mehr zu Vorjahrespreisen herstellbar usw.

Steigende Preise und erhöhte Lebenshaltungskosten

indisches MädchenDas bringt mich dazu, noch einmal auf unsere Anhebung der Patengelder hinzuweisen. Im letzten Inspektionsbrief hatte ich gebeten, wenn es Ihnen ohne zur Belastung zu werden möglich ist, die Beiträge um 5 € zu erhöhen. Sehr Viele sind dieser Bitte nachgekommen, haben uns ermächtigt die Einzüge anzupassen oder haben Ihre Daueraufträge und Überweisungen geändert. Einige haben uns zusätzliche Beträge zur freien Verfügung für die Heime überwiesen. Einige wenige Patinnen und Paten haben uns auch mit großem Bedauern mitgeteilt, dass es ihnen nicht möglich ist, der Erhöhung zu folgen. Von nicht Wenigen haben wir aber auch keine Reaktion erfahren. Daher möchte ich alle diejenigen noch einmal inständig bitten, dazu beizutragen, dass wir auch weiterhin angemessen für die Kinder in unseren Heimen sorgen können. Im letzten Jahr waren wir bereits gezwungen, die Patenkinder und –familien aus anderen Projektgeldern zu stützen. Prüfen Sie deswegen, ich bitte herzlich und dringlich darum, die Aktualität Ihres Dauerauftrages. Wir sind weiterhin für jede Spende dankbar und danken für das Vertrauen, welches Sie uns über lange Jahre entgegengebracht haben.

Viele Paten haben mir auch dieses Mal ihre Briefe und kleinen Gaben für ihre Patenkinder anvertraut. Bis auf ganz wenige Fälle konnte ich alles persönlich überbringen, Bilder von und mit den Kindern aufnehmen und die Antwortbriefe veranlassen. Die Mitarbeiter werden für die weitere Zustellung und Antwort Sorge tragen und wir stellen zufrieden fest, dass wir alle Wünsche erfüllen können.

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