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Indien > Kinderarbeit

Kinderarbeit

Kinderarbeit ist in Entwicklungsländern ein wichtiger Faktor: Kinder erhalten wesentlich geringere Löhne als Erwachsene, sie haben keine Lobby und sind ihren Arbeitgebern oft auf Gedeih und Verderben ausgeliefert. In Indien arbeiten die meisten von ihnen in der Landwirtschaft, andere stellen Ziegelsteine her, polieren Schmucksteine, rollen Zigaretten, packen Feuerwerk, arbeiten als Haushaltshilfen oder weben Seidensaris und Teppiche.

Die Bedingungen, unter denen die Kinder vor allem in der Industrie arbeiten, sind erschreckend. 16 Arbeitsstunden pro Tag sind keine Seltenheit, 6 bis 7 Tage die Woche. Viele müssen auch neben den Maschinen schlafen. Arbeitsschutz ist nicht vorhanden, Verletzungen wie Verbrennungen oder Verätzungen (je nach Arbeit) sind an der Tagesordnung. Die meisten Kinderarbeiter entstammen der unteren Kaste der Dalit oder sind Moslems, viele von ihren Eltern an die Arbeitgeber verkauft und zu solch einem Hungerlohn arbeitend, dass sie sich niemals daraus werden freikaufen können. Körperliche und seelische Misshandlungen sind für diese Kinder Normalität.

Genaue Zahlen über die Anzahl erwerbstätiger Kinder in Indien sind nicht erhältlich, zu hoch ist die Dunkelziffer. Terre des hommes schätzt sie auf mindestens 44 Millionen weltweit. Bis 1985/86 wurde das Problem totgeschwiegen, 1986 wurde zumindest die Kinderarbeit in den gefährlichen Branchen, wie Teppich- und Streichholzproduktion, gesetzlich verboten. Doch oft bewirken Desinteresse, Korruption oder Kastensystem, dass die Existenz von Kinderarbeit von vielen Politikern noch immer abgestritten wird. Human Rights Watch stellt in seinem Report "The Small Hands of Slavery" fest, dass die Indische Regierung das Thema weder akkurat dokumentiert noch ernsthafte Versuche zu ihrer Abschaffung unternimmt.

Nichtsdestotrotz rückt das Thema Kinderarbeit, nicht zuletzt aufgrund internationalen Drucks, immer weiter in das öffentliche Interesse. Regional und besonders in großen Städten ist ein verstärktes staatliches Eingreifen erkennbar.

Quellen/Links:
terres des hommes
Human Rights Watch