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Projekte > Children‘s Orthopedic Centre > Bericht von Dr. Jürgen Zippel

Bericht über die Kinder-Orthopädie Mylaudy 2010/2011

Inzwischen hat sich die Organisation der Kinder-Orthopädie so gut eingespielt, dass unsere Arbeit in Mylaudy für viele von uns schon wie selbstverständlich geworden ist.

Die Freude an den kleinen Patienten, die wir nun oft schon über mehrere Jahre betreuen, die strahlenden Gesichter der Heimkinder bei der Begrüßung und die Zuverlässigkeit unserer Mitarbeiter, lässt über manche Unbill indischer Bürokratie und die oft fast unerträgliche Wärme, hinwegsehen.

Wieder begannen Herr und Frau Dr. Ropohl schon Ende Oktober "die Saison". Natürlich muss dann erst einmal vieles repariert und instand gesetzt werden, da das tropische Klima und insbesondere die Monsunzeit, unglaublich an den Gebäuden und Geräten nagt.

Dr. Zippel, Therapie eines Kindes

Dr. Jürgen Zippel (li.), Krankengymnastik bei einem kleinen Patienten (re.)

Am 16. November 2010 kam ich dann nach Mylaudy. In unserer Abwesenheit hatte unsere krankengymnastische Abteilung viele der Patienten weiter betreut und die orthopädisch-technische Abteilung Hilfsmittel repariert, aber auch für auswärtige Patienten Prothesen und Hilfsmittel gebaut (über das ganze Jahr mehr als 316 Versorgungen). In Mr. Samuel haben wir nun einen sehr zuverlässigen indischen Manager gefunden, der das ganze Jahr über ein Auge auf die Finanzen, die Gebäude und das Personal hat. Unterstützt wird er von der indischen Zentrale der Patengemeinschaft in Kolenchery.

Einweihung der neuen Dusche

Einweihung der neuen Dusche in einem der Mädchenheime, die aus dem neuen Brunnen gespeist wird

In unserer Abwesenheit wurde nun auch das große Wasserbecken auf unserem Reisland gegraben und mit einer kleinen Bananenplantage umgeben, sodass nun auch in der Trockenzeit die Wasserversorgung gesichert erscheint. Außerdem wurde noch eine Tiefbohrung gemacht, zur zusätzlichen Versorgung mit Trinkwasser.

Tagesablauf

OperationDer Tagesablauf beginnt um 9 Uhr mit einer großen Visite in unserem Krankenhaus (bei 16 Betten in dieser Saison über 1300 Bettentage). Bei der Visite mit den beiden Orthopädiemechanikern, der Krankenschwester und den Krankengymnasten (Mr. Haney aus Indien und den Gästen aus Deutschland), werden alle Patientenprobleme durchgesprochen und das weitere Vorgehen festgelegt. Dann wartet eine bunte Gruppe vor unserem Behandlungsraum, oft schon einen Tag vorher aufgebrochen und von weither angereist. In der Sprechstunde behandeln wir auch einige Erwachsene, die wir aber nur konservativ behandeln, weil Operationen an Erwachsenen für uns leider nicht bezahlbar wären und ja auch nicht unserer eigentlichen Aufgabe in Mylaudy entsprechen. Die Kinder werden immer zuerst untersucht und ein Behandlungsplan aufgestellt. Nicht alle müssen operiert werden. Oft reicht schon eine gute Beratung, eine Aufnahme in unsere krankengymnastische Abteilung oder eine orthopädietechnische Versorgung. 235 neue junge Patienten sahen wir dieses Jahr. Davon haben wir 46 Kinder operieren müssen mit insgesamt 86 Operationen, da viele Kinder gleich mehrfach operiert werden mussten.

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