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Bericht über die Kinder-Orthopädie Mylaudy 2010/2011

Teil 2

Krankheitsbilder

Fehlbildungen, die man bei uns nur noch sehr selten sieht

Im Vordergrund standen wieder zerebrale Bewegungs störungen, Klumpfüße, angeborene Fehlbildungen und Folgen der Kinderlähmung, die zum Glück seit zehn Jahren im Süden Indiens nicht mehr endemisch ist. Diese Operationen, besonders die größeren, führen wir in einer indischen, sehr gut geführten Unfallchirurgischen Klinik in der benachbarten Kleinstadt Nagercoil, durch. Und dies ist auch der größte Kostenfaktor, da wir dort natürlich eine OP-Benutzungsgebühr zahlen müssen, die langsam über die letzten Jahre von 120 Euro auf 180 Euro gestiegen ist. Wie überhaupt in Indien, bei einer Preissteigerung von über 10% im letzten Jahr, leider alles teurer geworden ist. Aber ein eigenes großes OP-Zentrum mit allen notwendigen Einrichtungen zu bauen, derer es bei der orthopädischen Kinder-Orthopädie bedürfte, würde unsere finanziellen Möglichkeiten weit überschreiten. Einen Tag nach der Operation erfolgt die Weiterbehandlung in unserem eigenen Krankenhaus.

Bis zum 22. März 2011 war ich in Mylaudy und wir haben alle unsere kleinen Patienten gut versorgt zurückgelassen, bzw. in ihre Familien zurückgeben können.

Ganga

Die kleine Ganga brauchte eine Zeit um sich an uns Weiße zu gewöhnen.
Sie ist an den Beinen gelähmt und mit Schienen versorgt worden

Aus den vielen freiwilligen Helfern aus Hamburg, und auch aus der Schweiz, hat sich inzwischen eine Art Freundeskreis entwickelt, ohne den diese Aufgabe gar nicht zu bewältigen wäre. Wichtig ist uns auch die Fortbildung unserer indischen Mitarbeiter, genauso wie die der Ärzte und Krankengymnasten aus der Nachbarschaft. Mit Hilfe von Ragna Marks und Tobias Bergerhoff wurde dieses Jahr wieder eine Fortbildung für neurophysiologische Techniken in der Krankengymnastik durchgeführt, und von Frau Dr. Lamprecht ein Kurs für indische Ärzte zur Korrektur von Klumpfüßen nach der Ponseti Methode abgehalten.

Insgesamt war es wieder eine sehr erfolgreiche Saison. Dazu beigetragen haben besonders alle unsere medizinisch helfenden Gäste, die weiterhin ihren Flug selbst bezahlen und ihre Freizeit zur Verfügung stellen. Für ihre Mitarbeit bedanke ich mich hiermit noch einmal sehr herzlich.

Ausblick

Die Verhältnisse im indischen Gesundheitssystem verbessern sich langsam, sind aber immer noch keine Hilfe für unsere kleinen Patienten, da sich noch keiner für die Probleme der Kinder-Orthopädie verantwortlich fühlt. Die Eltern haben einfach kein Geld, um mit ihren Kindern die weiten Reisen in den reichen Norden Indiens zu machen, um sie dort in teuren Privatkliniken operieren zu lassen. Wir werden also noch einige Jahre weiter in Mylaudy arbeiten müssen.

Weiterhin suche ich aus Altersgründen einen Nachfolger, männlich oder weiblich, der die Gesamtleitung übernehmen könnte.

Für unsere Arbeit brauchen wir weiterhin finanzielle Hilfe. Leider wird unser Elektrogenerator altersschwach, den wir vor Jahren von Hamburg nach Mylaudy brachten und der unverzichtbar ist, da jeden Tag für mehrere Stunden der Strom ausfällt. Außerdem haben sich nicht nur die OP-Kosten, sondern auch die Personalkosten erhöht.

Wir danken der Jan Groenewold Stiftung, der Nordheimstiftung und der Hamburger Firma seca sowie den vielen Einzelspendern für ihre großzügige Hilfe.

Mitte Oktober dieses Jahres werden wir die Arbeit in Mylaudy wieder aufnehmen.

Herzliche Grüße,
Jürgen Zippel

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