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Projekte > Children‘s Orthopedic Centre > Bericht von Dr. Jürgen Zippel

Bericht über die Kinder-Orthopädie Mylaudy 2011/2012

Wie schon unser Vorsitzender der Patengemeinschaft in seinem letzten Inspektionsbericht schrieb, ist unsere kleine Klinik in Mylaudy mit unserer Kinderorthopädie, den Kinderheimen und dem "Arche Noah Women Empowerment Center" zur Stärkung der sozialen Situation der indischen Frauen in ihrer Familie, inzwischen zu einer Art Dorfgemeinschaft zusammengewachsen. Die vielen, auch kleineren, Spenden unserer mitarbeitenden Gäste aus Deutschland und der Schweiz, ermöglichen uns viele ergänzende Aktivitäten. Es wurden auch Ziegen als Milchlieferanten an bedürftige, kinderreiche Familien verteilt, junge Mädchen im Nähberuf ausgebildet und Sport- und Spielplätze errichtet.
 
So arbeitet unsere Kinderorthopädie inzwischen sozial wohl eingebettet, mit Dankbarkeit begrüßt und völlig ohne lokale bürokratische Probleme am Rande des Dorfes Mylaudy im Staate Tamil Nadu,  fast an der Südspitze Indiens.
 
Wie schon in der vorigen "Saison" begann meine Arbeit dort wieder am 16. November 2011, wohl vorbereitet von dem Ehepaar Drs. Ropohl, die schon vor mir die Klinik wieder "arbeitsfähig" gemacht hatten.
 
PhysiotherapieEs ist jedes Mal eine große Erleichterung, die wohlbekannten Gesichter der Mitarbeiter und Patienten begrüßen zu können. Auch wesentliche Schäden an Gebäuden oder Einrichtungen waren nicht zu beklagen – was in Indien nicht selbstverständlich ist bei einer extremen Witterungsbelastung im Sommer durch den Monsun und einer nicht besonders großen Neigung indischer Mitarbeiter, zu rechtzeitigen Reparaturen und liebevoller Wartung von Gebäuden und Einrichtungen.
 
Die erste Frage geht wie jedes Jahr um notwendige und mögliche Gehaltserhöhungen. Indien hat eine erschreckende Teuerungsrate besonders für Nahrungsmittel und so muss jeder Fall mit Augenmaß bearbeitet werden, da ja auch unser Jahresetat, durch Spenden oft mühsam zusammen gebettelt, nicht unbegrenzt ist.
 
Physiotherapeut HaneyIn den Sommermonaten hatte unser indischer Physiotherapeut Mr. Haney wie immer seine wöchentlichen stationären Mutter-Kind-Therapien durchgeführt. Dies vorwiegend bei Kindern mit zerebralen Bewegungsstörungen, die besonders von der neurophysiologischen Krankengymnastik profitieren, die ansonsten in Südindien nirgends angeboten wird. Auch unsere gute orthopädische Werkstatt unter Mr. Selvam arbeitete im Sommer durch, um notwendige Reparaturen an den von uns verordneten Schienen, Gehapparaten und Prothesen, durchzuführen. Aber auch Problemfälle, die von indischen Kollegen geschickt wurden, werden von uns orthopädietechnisch versorgt. So war also unsere kleine Station auch in den Sommermonaten nicht untätig geblieben.
Die schönsten Momente bei der jährlichen Rückkehr sind dann die Wiederbegegnungen mit unseren kleinen Patienten, die wir schon operierten oder auch konservativ durch Physiotherapie oder Orthopädietechnik versorgten. Weit her kommen die Patienten, um die Verbesserung der Situation zu zeigen, und oft auch für die Planung weiterer notwendiger Operationen. So füllt sich die Klinik schnell und das OP-Programm muss organisiert werden.

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