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Reise nach Sivakasi im Januar 2015

Liebe Freunde und Unterstützer des Kidz Shelter in Sivakasi!

Es ist wie in jedem Jahr: Wir kommen mit bestimmten Vorstellungen und Erwartungen bei „unseren“ Kindern an und… dann ist alles doch ziemlich anders. Es fing schon mit der Reise dorthin an. Baby, der Leiter des Büros in Kolenchery, begleitet von Eldho, einem „neuen“ Mitarbeiter, schlugen einen für uns neuen Weg nach Sivakasi vor, der uns die Möglichkeit bot, das neue „Herbert Weihmann's Girls' Home“ zu besichtigen. Wir fuhren auf kleinsten Straßen durch die üppig grüne Landschaft Keralas, durch kleine Straßendörfer, kreuzten viele Flüsse, die zu unserem Erstaunen immer noch reichlich Wasser führten, überquerten Höhenzüge und hatten stets aufs Neue herrliche Ausblicke in wunderschöne Landschaften. Trotz der gut 8 Stunden Fahrt wurde es nie langweilig; es gab einfach zu viel zu sehen.

Kurz vor 17.00 Uhr erreichten wir unser Heim in Sivakasi, schon erwartet von den Kindern, für die unser Besuch immer eine willkommene Abwechslung zu ihrem Alltag ist. So gibt es die heiß begehrten Süßigkeiten, man wird immer wieder begrüßt, wir schütteln ein ums andere Mal viele Kinderhände, es wird gesungen und getanzt. Nachdem wir schließlich das Programm für die kommenden Tage geplant hatten, kamen wir gegen 20.00 Uhr in unserem Hotel an.

Es gab reichlich Gesprächsbedarf, denn nicht nur das Team hatte sich stark verändert, es waren auch viele neue Kinder kennenzulernen. Unser bisheriger Heimleiter hat aus gesundheitlichen Gründen das Heim im August 2014 verlassen. Nisha, die Sozialarbeiterin, die wir schon in unserem letzten Bericht vorgestellt hatten und die wir sehr schätzen, musste von heute auf morgen die Leitung des Heims übernehmen. Sie hat das aus unserer Sicht bravourös gemacht, denn es ging jetzt darum, alle pädagogischen und administrativen Aufgaben zu meistern, was in insofern nicht einfach gewesen ist, weil noch vieles im Zusammenhang mit der Anschaffung des Hauses endgültig zu regeln war. Es mussten unendlich viele Genehmigungen eingeholt werden. Wer die indische Bürokratie kennt, weiß, was das an Zeit und Nervenkraft bedeutet. Dazu kommt, dass es Frauen auf den Ämtern doppelt schwer haben und sie länger warten und bitten müssen als Männer. Aber Nisha hat sich nicht abschrecken lassen, war beharrlich und zielgerichtet und hatte, als wir ankamen, gerade die letzten Genehmigungen nicht nur für den Neubau, sondern auch für den Betrieb des Heimes beim Social Welfare Department erhalten. Letztere hat nun für 3 Jahre Gültigkeit.

Zum Betreuungsteam in Sivakasi gehören neben Jaculine, unserer Köchin – sie ist schon von Anfang an dabei – und Nisha zwei neue Frauen. Da ist zum einen Nishas Mutter, eine Witwe, die sich sehr über die Aufgabe freut, im Heim überall mithelfen zu können. Sie hat sich auch bereit erklärt, bei den Mädchen zu übernachten, was von den Behörden gefordert wird. Neben ihr ist eine neue Putzfrau eingestellt worden, die ebenfalls mit ihrem 6-jährigen Sohn im Heim lebt und neben ihrer Aufgabe, das Haus sauber zu halten, auch tüchtig in der Küche hilft. Besonders froh hat uns gemacht, dass diese 4 Frauen sehr gut zusammenarbeiten, sich gegenseitig unterstützen und Nisha als Chefin respektieren. Jeden Morgen sitzen sie zusammen, besprechen den Tag, verteilen die Arbeit und tauschen sich über Vorkommnisse aus. Aus allen Mitarbeitergesprächen ging hervor, dass alle die Frauen an ihrem Arbeitsplatz wohlfühlen und hoffen, diese Arbeit auch weiterhin und andauernd ausführen zu dürfen.

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