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Bericht aus dem KIDZ Shelter Heim für Straßenkinder

von Hadmut Scholz und Rüdiger Jester, Januar 2012

Die Schlaglöcher in Sivakasi werden von Jahr zu Jahr tiefer. Wir werden, wie in den vorherigen Jahren, von Paulose von der Patengemeinschaft aus Kolenchery gefahren; der Wagen rumpelt und schwankt noch mehr als ohnehin, als wir uns über Umwege dem Kidz Shelter nähern. Auch wenn in der Stadt alles unverändert scheint, so tut sich doch eine Menge in den Außenbezirken, auch dort, wo das Haus unserer Kinder liegt. Es wird vermessen und gebaut, die Stadt dehnt sich aus, die Straßen und Wege werden willkürlich geändert. An einer verabredeten Stelle wartet der Heimleiter, Mr. Sutharka, auf uns, um uns über abenteuerliche Pfade zum Ziel zu führen.

Wir werden erwartet. Vor dem Haus stehen die Kinder aufgereiht neben dem Heimleiter, den Köchinnen und der Sozialarbeiterin. Alle strahlen uns an. Uns werden Blumen- und
Sandelholzketten zur Begrüßung umgehängt, dann stürmen die Kinder auf uns zu. Sie wollen uns unbedingt die Hände schütteln, am liebsten gleich mehrmals.

Dieses Mal werden wir bei unserem Besuch von Irene, einer Freundin aus Wien, begleitet, die sich sehr für das Projekt interessiert. Sie wird in die herzliche Begrüßung einbezogen und ebenso wie wir bestürmt. In dieser Situation ist es gar nicht so leicht, die Veränderungen in der Zusammensetzung der nunmehr fast 40 Heim- und Tageskinder richtig einzuschätzen. Immerhin, viele Gesichter sind uns bekannt und wir teilen die Wiedersehensfreude besonders mit diesen Kindern. Auf dem Programm steht wie immer das Singen von verschiedenen Liedern, die Ihnen vom Musiklehrer und dem Pastor der Sonntagsschule beigebracht worden sind.

Tanz und Musik im Kidz Shelter Heim für Straßenkinder

Keyboard, Trommeln und Gitarre sind sehr beliebt

Das Vortanzen wird auf den folgenden Tag verschoben. Wichtig ist heute, dass wir unsere mitgebrachten Süssigkeiten verteilen, die diversen Spielsachen an den Heimleiter für eine spätere Verwendung übergeben, durchs Haus gehen und Kontakt mit den Kindern aufnehmen. Die Kinder haben ein großes Bedürfnis, uns an der Hand zu fassen, uns etwas zu zeigen, mit uns zusammen zu spielen. Selten haben die im Heim arbeitenden Erwachsenen Zeit, sich einzelnen Kindern intensiv zu widmen. Jetzt fordern die Kinder unsere Aufmerksamkeit auf liebevolle Weise. Plötzliche Dunkelheit lässt uns innehalten. Täglich wird in Tamil Nadu der Strom abgeschaltet, oft für viele Stunden. Das funzlige Licht, das als Ersatz herhalten muss, stoppt die Aktivitäten. Normalerweise ist der Lichtausfall während der Hausaufgabenzeit, ab 18.30 Uhr, sodass diese Arbeit dann unterbrochen oder ganz beendet werden muss. Leider gibt es keinen Notstromgenerator, der dieses nicht unwichtige Problem lösen könnte. Trotz Dunkelheit ist Abendessen für die Kinder bereitet worden, erst dürfen die Kinder aus den umliegenden Slums essen, dann die Heimkinder.

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