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von Hadmut Scholz und Rüdiger Jester, Dezember 2009
Liebe Freunde und Unterstützer des Straßenkinderprojektes in Sivakasi,
vor ca. zwei Wochen sind wir aus Indien zurückgekehrt, ganz erfüllt von den Eindrücken, die wir dort gewonnen haben. Aufgeregt haben Rüdiger und ich uns dieses Mal am 2. Dezember, begleitet von Paulose, auf den Weg in Richtung Sivakasi gemacht. Unsere Anspannung war deshalb so groß, weil wir ja wussten, dass die Kinder inzwischen hatten umziehen müssen, diverse Umbauarbeiten notwendig waren und es wieder eine ziemliche Fluktuation gegeben hatte.
Viele Fragen gingen uns durch den Kopf: Wen würden wir treffen? Wie sieht das neue Haus nach dem Umbau aus, wie viel Platz haben die Kinder? Sind die von uns in Auftrag gegebenen Veränderungen des Hauses auch tatsächlich Verbesserungen?
Am frühen Nachmittag erreichten wir die neue Heimstatt, die Kinder waren zu der Zeit noch in der Schule. Der erste Rundgang machte uns froh. Es gibt nun einen großen Raum zum Spielen, zum Hausaufgaben machen, zum Singen und für Yogaübungen, aber auch zum Schlafen nur für die Jungen. Dieser neue Raum ist durch die Überbauung der Dachterrasse entstanden. Das war ursprünglich so nicht geplant, hat sich aber, wie wir nun feststellen konnten, als eine kluge Maßnahme erwiesen. In diesem Jahr haben wir in Indien viel Regen erlebt und wir konnten uns lebhaft vorstellen, dass bei Regen das offene Dach, das zunächst vorgesehen war, dazu geführt hätte, dass der Raum bei dieser Witterung gar nicht hätte genutzt werden können.

Es gibt nun auch mehrere Toiletten und Duschmöglichkeiten für die Kinder. Sowohl die Köchin als auch Melvin, der Manager, haben einen kleinen Schlafraum für sich. Die Mädchen schlafen in dem zweiten Multifunktionsraum, in dem auch gegessen und gespielt wird. Sehr erfreulich ist auch, dass es eine gut ausgestattete Küche gibt, die der Köchin die Arbeit sehr erleichtert.
Als die Kinder später aus der Schule kamen, war die Wiedersehensfreude groß bei denen, die wir kannten. Das waren noch insgesamt 5 Kinder. Aber auch die anderen Kinder freuten sich über den Besuch, unterbrach er doch ihre Alltagsroutine etwas und war irgendwie spannend.
Von den im Januar im Haus lebenden Kindern sind inzwischen 7 verschwunden. Uns wurde berichtet, dass hin und wieder Familienangehörige auftauchen, meist in der Nähe der Schule, und die Kinder einfach auffordern, mitzukommen. Keine der Betreuungspersonen wird davon benachrichtigt. Auch die sog. Tageskinder sind nun weitgehend andere. Das liegt an der neuen Lage des Hauses. Für die Kinder, die früher aus einem nahe gelegenen Elendsgebiet kamen, um sich hier satt zu essen, ist der Weg offensichtlich zu weit. Dafür haben sich neue Kinder eingefunden, die die Möglichkeiten, etwas zu essen zu erhalten, zu arbeiten und zu spielen nutzen. Es gehört ja zum Konzept des Projektes, dass kein hungriges Kind weggeschickt wird.
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