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Straßenkinder

Jeder Besucher Indiens trifft zwangsläufig in jeder größeren Stadt auf Straßenkinder. Oft sind es Vollwaisen, nicht selten jedoch die Kinder von den rund 300 Mio. Wanderarbeitern, die ständig auf der Suche nach Arbeit im Land herumziehen und von ihren Eltern entweder überhaupt nicht oder nur sehr selten betreut werden. Die Zahl der Straßenkinder wird in Indien offiziell auf etwa 13 Mio. (internationalen Organisationen zufolge dürfte sie mindestens doppelt, wenn nicht dreimal so groß sein) geschätzt und ist bei Kindern unter 14 Jahren damit die höchste in der Welt. Der Not gehorchend versuchen diese Kinder entweder durch Betteln oder durch Arbeit in "kinderspezifischen" Betrieben ihr Überleben zu sichern.

Straßenkinder sind ständig extremen Risiken ausgesetzt. Sie werden ausgebeutet, missbraucht, leiden an mangelnder Ernährung und fehlender medizinischer Versorgung, haben keine Schulbildung. Ca. zwei Drittel der Straßenkinder sind Jungen und ein Drittel Mädchen. Der Grund hierfür ist einfach: Mädchen finden leichter eine Unterkunft, in der Sie z.B. als Dienstmädchen arbeiten können. Diese leiden um so mehr an ausbeuterischen Arbeitsverhältnissen und sexueller Nötigung. Zählt man diese Kinder hinzu, dann ist die Anzahl der Jungen und Mädchen, die auf der Straße leben wieder ausgeglichen. Es ist eine besondere Herausforderung, diese Kinder zu erreichen, da man sie Fernab der Straße nicht sieht.

Die meisten Straßenkinder haben bereits Gewalt, Missbrauch und Vernachlässigung erlebt. Deshalb haben die Kinder selbst häufig den Kontakt zu ihren Familien abgebrochen– die jüngsten bereits im Alter von 5 Jahren oder jünger. Häufig trifft man sie in Gruppen an. Diese geben ihnen Sicherheit, die sie in ihren Familien nicht erfahren konnten. Straßenkinder werden häufig pauschalisiert als kriminell undgewalttätig, aber auch als Abenteurer angesehen. Grundsätzlich ist es jedoch so, dass das Selbstwertgefühl dieser Kinder viel geringer ist als bei Gleichaltrigen, die in einem geregelten sozialen Umfeld aufwachsen. Sollten die Straßenkinder also derartige Verhaltensweisen aufweisen, so wurden sie meist durch die Erfahrungen aus ihren Familien oder dem Umfeld der Straße geprägt.

In Sivakàsi hat sich nun auch die Patengemeinschaft dieses Problems angenommen und einen Ort geschaffen, an dem die Kinder wieder andere Erfahrungen machen können. Positive Erfahrungen.