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Zonta Women's Empowerment Centre

Das Zonta-Women's Empowerment Center in Mylaudy Das Zonta-Women's Empowerment Center in Mylaudy

Seit November 2006 besteht in Mylaudy das Zonta-Haus, Treffpunkt von Mädchen und Frauen aus dem lokalen Umfeld, gestiftet vom Aachener Zonta-Club. Hier werden Kurse vielfältiger Art zur Aus- und Weiterbildung veranstaltet, beispielsweise am Webstuhl, am Computer und für Produkt-Herstellungen (z.B. Beutel aus Saris oder Taschen aus Bananenfasern). Die Produkte werden nach Aachen geschickt und vor Ort durch den Zonta-Club verkauft. Die Gewinne gehen zurück auf ein Sparkonto in Mylaudy für die Frauen, die die Produkte erstellt haben. Das Haus wurde in kurzer Zeit von den Frauen und Mädchen angenommen und ist zu einem gut besuchten Treffpunkt geworden – so, wie wir (der Zonta-Club Aachen) es uns gewünscht haben.

Nirmela bei der Betreuung der Teilnehmerinnen des Computer-Kurses

Nirmela bei der Betreuung der Teilnehmerinnen des Computer-Kurses

Aktivitäten und Fortbildung

Veranstaltungen und Vorträge Die lokale Sozialarbeiterin Nirmela organisiert Veranstaltungen und Vorträge zu vielfältigen Themen. Frau Vasanti vom YMCA veranstaltet von Zeit zu Zeit Vorträge über Aufklärung, Abschaffung des Kastendenkens und den Mitgiftbrauch (Es heißt traurigerweise: die Geburt eines Mädchen ist so, als ob man eine Pflanze im Nachbarsgarten gießt). Durch Früherkennung des Geschlechts werden viele Mädchen abgetrieben. Heute schon sind in Indien die Männer in der Überzahl.

Selbstbewusstsein, Eigenständigkeit und Unabhängigkeit für Mädchen und Frauen durch die Vergabe von Kleinkrediten vermittelt ebenfalls Frau Vasanti. Nach dem Motto von Muhammad Yunus, dem  Friedensnobelpreistäger 2006: „Kredite und nicht Almosen geben den Armen Selbstachtung und schaffen Arbeitsplätze."

Raum mit Nähmaschinen und Webstuhl

Raum mit Nähmaschinen und Webstuhl

Aus- und Weiterbildung Für ein Jahr haben wir einen Englischlehrer engagiert, der allen Waisenkindern und Mädchen aus dem Women's Empowerment Centre Unterricht gibt. Englisch ist in Indien Amtssprache (neben Hindi), auf dem Subkontinent werden 21 weitere anerkannte Sprachen und Tausende Dialekte gesprochen. Desweiteren konnten wir eine junge Frau gewinnen, in unserem Hause Computerkurse zu geben.

Seit ein paar Wochen haben wir auch wieder eine Weberin, die am Webstuhl Dothis (der traditionelle Rock für indische Männer) herstellt und die Technik des Webstuhls an die Frauen und Mädchen weitergibt. Die Lehrerin Joy ist zuständig für den Nähunterricht.

Der Anbau des Gästehauses (rechts)

Der Anbau des Gästehauses (rechts)

Gästehaus Wir haben ein Gästehaus für Frauen an dasWomen's Empowerment Centre angebaut. Es soll Frauen, die in Not geraten sind, Hilfe bieten. Sie können dort für eine begrenzte Zeit unterkommen, bis sich z. B. die Verhältnisse in ihren Familien wieder normalisiert oder sie eine andere Bleibe gefunden haben.

Hygniene-Fortbildung Viele Inder wissen nicht, was Toiletten sind und wie sie funktionieren (Ein Problem, das schon Mahatma Gandhi stark beschäftig hat). Die Notdurft wird oft noch in freier Natur verrichtet. Man kann sich vorstellen, dass dies für die Gesundheit aller Mitmenschen und vor allem für die der Kinder gefährlich ist. Deshalb haben wir sechs Toilettenhäuser gebaut, außerhalb unserer kleinen Siedlung, für die tamilischen Flüchtlinge aus Sri Lanka. Sie werden angeleitet in der Benutzung und bekommen bei Bedarf auch mal "Nachhilfeunterricht" hierin.

 

Gründung des Zonta-Hauses

Eine Gruppe von FrauenDas Zonta-Haus, beliebter Treffpunkt für Frauen und Mädchen aus der Umgebung

Der Impuls
Der Tsunami vom Dezember 2004 im Indischen Ozean war der Impuls für die hier beschriebenen Aktivitäten des Zonta-Clubs Aachen. Nora Claus vom Zonta Club bekam nach der großen Katastrophe am 26.12.2004 von dem Orthopäden Dr. Jürgen Zippel einen Anruf, dass sein kurz zuvor errichtetes Krankenhaus im südindischen Mylaudy, wo normalerweise 30 Waisenkinder nach einer orthopädischen Operation genesen, zu einem Lazarett umfunktioniert wurde und hier nunmehr 800 Menschen betreut werden.

Die Idee
Spontan entstand bei Nora Claus der Gedanke, dieses tragische Ereignis dem Club vorzustellen. Schnell kamen 5.200 € zusammen. Mit diesem Geld wurde viel geholfen, denn es ging ohne Reibungsverlust nach Indien. Das gilt auch für die später aufgebrachten Spenden.

Im April 2005 hielt Dr. Zippel einen Bericht vor dem Club. Bei diesem Vortrag entstand die Idee, ein ZONTA WOMEN´S EMPOWERMENT CENTRE in Mylaudy zu bauen. Im Februar 2006 wurde über das Projekt im Zonta-Club Aachen positiv abgestimmt. Durch vielfältige Aktivitäten und Spenden kamen 10.000 € zusammen. Dr. Zippel konnte mit dem Bau sofort beginnen. 

Einweihung des Zonta-Hauses im November 2006 Einweihung des Zonta-Hauses im November 2006

Die Einweihung
Am 26. November 2006 wurde im Namen des Aachener Zonta-Clubs von Nora Claus und Angelika Jansen-Kempen das Haus in Mylaudy feierlich eingeweiht. Anwesend waren Bürgermeister, Presse, der Priester und verschiedene Ärzte. Es fanden Vorführungen durch die dortigen Kinder und Jugendlichen statt. Vor Ort wurde eine Frau ausgesucht, die für die Betreuung der Aktivitäten im Zonta-Haus zuständig ist.

Der Unterhalt des Hauses und die Bezahlung der Zonta-Lehrerin werden mit 83 € monatlich finanziert.