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Reisebericht Indien 2009

Von Petra und Norbert Kaufmann (zum Zeitpunkt der Reise 43 und 46 Jahre alt)

Die Entscheidung, nach Indien zu reisen

Seit ca. 5 Jahren haben wir ein Patenkind in Indien, genauer gesagt im "Schwarzenbeker Girls' Home" in Mylaudy. Genau so lange haben wir regelmäßigen Briefkontakt. Kalai Selvi ist mittlerweile fast 12 Jahre alt und schreibt fleißig Briefe, die sie mit gemalten Bildern schmückt.

Es ist rührend, immer wieder zu lesen, dass sie uns für unsere Unterstützung dankt und jeden Tag für uns betet.

Irgendwann entstand der Wunsch, sie kennen zu lernen. Als ich ihr dies in einem Brief mitteilte, war sie direkt begeistert.

Die Planung begann. Als Dieter Hüske (der langjährige Vorsitzende der Patengemeinschaft)  mir sagte, wir bräuchten nur die Flüge zu buchen und alles andere würde sich dann vor Ort ergeben, konnte ich mir das alles noch nicht so richtig vorstellen.
Wir würden am Flughafen abgeholt, ein indischer Mitarbeiter würde uns immer begleiten (sofern wir das natürlich wünschen) und übernachten würden wir bei indischen Mitarbeitern, in den Einrichtungen der Patengemeinschaft oder auch mal in einem Hotel. Wie wir denn den indischen Mitarbeiter am Flughafen erkennen würden, der uns abholt? Das wäre kein Problem, denn wir wären wahrscheinlich so ziemlich die einzigen "Weißen" am Flughafen – daher würde ER UNS erkennen (ein Schild mit unserem Namen hätte er aber auch). Ob die indischen Mitarbeiter englisch sprechen würden? Nein, deutsch!! Deutsch?? Was wir unserem Patenkind mitbringen könnten oder ob wir besser vor Ort etwas kaufen könnten – ob es da Geschäfte gäbe? Ja, man könne dort alles kaufen, die Geschäfte wären eher so eine Art Garage…

Ehrlich gesagt konnte ich mir bis zur Ankunft in Indien nicht vorstellen, was uns wirklich erwartet. Dazu kam die große Ungewissheit, wie ich die Konfrontation mit der schlimmen Armut verkrafte.

Ankunft in Indien

Ankunft in Indien: das typische Gewirr in den verstopften StraßenWir fliegen zunächst bis Dubai und steigen dort um. Ich bin verwundert, dass der riesige Flieger nach Kochi bis auf den letzten Platz gefüllt ist. Wir gehören zu knapp einem Dutzend „Weißen“ im Flugzeug. Jetzt beginnt unser „Abenteuer Indien“.
Schon beim Landeanflug bin ich überrascht, wie grün das Land ist: Palmen so weit das Auge reicht.

Sehr schnell entdecken wir Baby-Paul, der ein Schild mit unserem Namen hoch hält. Er hängt jedem von uns eine wunderschöne Blumengirlande mit herrlich duftendem Jasmin um den Hals und heißt uns ganz herzlich willkommen in Indien – welch tolle Begrüßung!
BabyPaul und seine Familie Die lange Anreise war sofort vergessen und die totale Reizüberflutung mit den neuen Eindrücken begann. Schon die Stunde Fahrt nach Kolenchery war sehr spannend. Wir bekamen einen ersten Eindruck vom chaotischen Straßenverkehr, dem "Gewusel" auf der Straße und den vielen Geschäften mit den knallbunten Auslagen, von denen die meisten in einer Art Garage untergebracht waren (jetzt konnte ich mir etwas darunter vorstellen!).

Drei Wochen in einer anderen Welt

Die Eindrücke der anschließenden drei Wochen lassen sich nur schwer in Worte fassen. Ich führe ein Reisetagebuch, um meine Eindrücke und Gedanken festzuhalten. Wer noch nie in Indien war, kann sich nicht vorstellen, dass viele Dinge dort völlig anders sind.

Wir haben nicht nur die Gelegenheit, uns einige Einrichtungen der Patengemeinschaft anzuschauen und die Arbeit der Mitarbeiter vor Ort kennen zu lernen, sondern wir erfahren auch sehr viel über Land und Leute, Sitten und Bräuche. Da wir immer in Begleitung eines indischen Mitarbeiters sind, haben wir jederzeit die Möglichkeit, alles zu fragen, was uns gerade interessiert oder was wir sehen und nicht verstehen – und das ist ganz schön viel! Dies kann natürlich kein Reiseführer bieten und wir empfinden es als ganz besonders wertvoll, dass wir die Informationen aus erster Hand bekommen. An dieser Stelle noch mal ein ganz herzliches Dankeschön, insbesondere an Baby-Paul und Paulose!

Bei Baby-Paul und seiner Familie fühlen wir uns direkt wohl und genießen es, mit ihnen zusammen zu essen (Chiby, seine Frau, kocht phantastisch!), mit den Kindern zu spielen und ein wenig vom Alltag einer indischen Familie zu erleben. Wer hat schon eine solche Möglichkeit?

Die Reiseroute und das „Programm“ für unseren Aufenthalt haben die Mitarbeiter prima geplant, stimmen die Details mit uns ab und gehen auf unsere Wünsche ein. Neben der Arbeit der Patengemeinschaft bekommen wir einen Eindruck von der Schönheit der Landschaft und haben die Gelegenheit, Sehenswürdigkeiten zu besuchen und sogar an einer Safari teilzunehmen!

Es ist wirklich so unkompliziert wie es uns Dieter Hüske versprochen hatte!

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