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Reisebericht Indien 2009 - Teil 4

Eindrücke

Während unserer Reise sehen wir viel von Land und Leuten, der wunderschönen Landschaft und der Tierwelt…

An einigen Tagen verbringen wir viele Stunden im Auto, da wir aufgrund der teilweise sehr schlechten Straßen und des chaotischen Straßenverkehrs immer nur sehr langsam vorankommen. Trotzdem ist es nie langweilig, da wir auf und abseits der Straße immer wieder neue, für uns fremde Dinge entdecken. Wir haben auch die Gelegenheit, einige Sehenswürdigkeiten zu besuchen.

Kulturschock Indien?

Indien ist eine andere Welt – in fast jeder Beziehung.

Das fehlende soziale System und die daraus resultierende teils bittere Armut sind erschütternd.

Ein weiteres Problem sind die Luftverschmutzung unter anderem durch die tausenden Tuktuks und das fehlende Müllentsorgungssystem. Müll wird einfach irgendwo hingeworfen oder verbrannt. Selbst an Sehenswürdigkeiten liegt alles voll Müll. Hier muss sich auch das Bewusstsein der Menschen ändern.

Der Straßenverkehr, der mit europäischen Verhältnissen nicht zu vergleichen ist, ist sicherlich eine Besonderheit, sehr gewöhnungsbedürftig und strapaziert das Nervenkostüm eines mitteleuropäischen Beifahrers enorm.

Obwohl es zunächst so aussieht als wenn jedermann rücksichtslos und halsbrecherisch nur auf sein eigenes Fortkommen bedacht ist, so stimmt zumindest ersteres nicht. Im Laufe der Zeit stellen wir fest, dass gegenseitige Rücksichtnahme überlebenswichtig und eine zwingende Voraussetzung für die Funktionsfähigkeit des Ganzen ist. Zwar fährt jedermann sehr offensiv und überholt unter Zuhilfenahme der Hupe an den unübersichtlichsten Stellen, aber wenn es eng wird, macht notfalls jeder eine Vollbremsung: derjenige, auf dessen Fahrstreifen man ihm gerade begegnet und derjenige, der überholt wird. So kann man dann einscheren  - und niemand regt sich auf! Sollte es mal gar nicht mehr passen, muss der Schwächere in den Graben ausweichen. Das ist eben so.

Die 14 Bundesstaaten Indiens haben nicht nur jeweils eine eigene Sprache, sondern auch eine eigene Schrift. Umso wichtiger sind solide Englischkenntnisse, will man seinen Lebensunterhalt nicht dauerhaft mit schlecht bezahlten Gelegenheitsarbeiten bestreiten. Hier sind noch große Defizite vorhanden. Erschwerend kommt die "indische Aussprache" hinzu. In Mylaudy werden die Englischkenntnisse der Kinder teilweise mit Hilfe von Englisch-DVDs verbessert. Eine flächendeckende Verbesserung bei allen Kindern wäre aus unserer Sicht wünschenswert. Leider beschränken sich die Englischkenntnisse der Kinder auf einige wenige Sätze, da es auch in den Schulen an geeignetem Lehrpersonal mangelt und die Englischlehrer selbst nur über rudimentäre Kenntnisse verfügen.

Das Essen. Wer gerne Reis und Gemüse mag, ist in Indien gut aufgehoben. Dazu gibt es häufig Fisch oder Huhn. Wir selbst essen gerne gut gewürzt und sind begeistert von der Indischen Küche.

Die Hautfarbe. Ich gewöhne mich daran, dass mich alle anstarren: ich bin weiß, für eine Frau sehr groß und blond. Als wir in einer kleinen Stadt am Auto warten, beobachtet Norbert, dass einige Passanten über einen kleinen Absatz stolpern, weil sie mir nachschauen. Manche fragen sogar, ob sie mit ihrem Handy ein Foto machen dürfen – das passiert aber auch den Männern…

Nochmals erwähnen muss ich die Freundlichkeit der Menschen. Obwohl sie überwiegend in sehr armen und bestenfalls bescheidenen Verhältnissen leben, wirken sie fröhlich und zufrieden.

Wir sind fasziniert von Indien. Wer jedoch nach Indien reisen möchte, um einfach mal in einem anderen Land seinen Urlaub zu verbringen, wird möglicherweise einen „Kulturschock“ erleiden. Man sollte sich schon vorher damit auseinander setzen, was einen dort erwartet! 

Resümee

Wir sind sehr dankbar, dass wir die Chance hatten, mit ausgezeichneter Betreuung die Arbeit der Patengemeinschaft vor Ort kennen zu lernen, aber auch etwas von der Kultur und den Problemen des Landes zu erfahren. Die Erlebnisse waren eine Bereicherung für unser Leben. Viele Selbstverständlichkeiten nehme ich jetzt bewusster wahr und ich bin – zumindest vorübergehend – ein ganzes Stück bescheidener und zufriedener geworden.
Wir sind froh, dass wir eine so seriöse Organisation gefunden haben, deren Mitarbeiter sich wirklich vorbildlich und unglaublich engagiert für deren Ziele einsetzen und die Aufgaben sichtbar gerne und aus Überzeugung durchführen.

Wir hatten schon vor unserer Indienreise großes Vertrauen in die Arbeit der Patengemeinschaft, nun haben wir uns sogar persönlich vor Ort davon überzeugt und sind begeistert. Besuchen Sie doch auch einmal Ihr Patenkind und überzeugen Sie Freunde und Bekannte davon, dass die Spenden dort ankommen, wo sie gebraucht werden.

Wenn Sie mehr über unsere Reise wissen möchten oder wir Ihnen bei Ihrer Entscheidung, die Patengemeinschaft zu unterstützen oder nach Indien zu reisen, behilflich sein können, schreiben Sie uns einfach eine E-Mail:
Kaufmann.Petra(at)web.de

Petra Kaufmann

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